Bockelmann: Das Geld

Wenn es nach Bockelmann ginge, hätte dieser mit seinem neuen Buch eine kopernikanische Wende vollzogen. Die „Umänderung der Denkart“, als deren Urheber Bockelmann sich versteht, ließe sich so zusammenfassen: Die Menschen werden dadurch, dass das Geld ihren Beziehungen zugrunde liegt, in ein Verhältnis gesetzt, durch das sich ihr gesellschaftlicher Daseinszusammenhang konstituiert. Wie sie sich unmittelbar … Weiterlesen Bockelmann: Das Geld

Han: Palliativgesellschaft

Vom Verlag wird das neueste Büchlein seines Autors mit dem Aufkleber beworben: „der weltweit meistgelesene deutsche Zeitkritiker“. Aber was soll ein Zeitkritiker überhaupt sein? Der Untertitel präzisiert: „Schmerz heute“. Dieses penetrante „Heute“ ist bekanntlich das Lieblingswort Byung-Chul Hans. Zeitkritik heißt bei ihm Kulturkritik, die auf das jeweils punktuelle Heute zusammenschrumpft.  Die Beschwörungen des Heute melden … Weiterlesen Han: Palliativgesellschaft

Preciado: Ein Appartement auf dem Uranus

Dieses Buch ist kein Buch, so wie die Mannfrau oder der Fraumann auf dem Cover weder Mannfrau noch Fraumann ist. Dieser Feminismus ist kein Feminismus, so wie man ihn noch vor ein paar Jahren kannte und so wie er auch jetzt noch oft aus einigen Winkeln der medialen Welt an unsere Sinne dringt. Diese Kapitalismuskritik … Weiterlesen Preciado: Ein Appartement auf dem Uranus

Negri: Über das Kapital hinaus

Der Berliner Dietz-Verlag hat unlängst die erste deutschsprachige Übersetzung von Antonio Negris Vorlesung Marx oltro Marx herausgebracht. Gehalten wurde sie 1979 auf Einladung Louis Althussers in Paris; sie stellt im Nachgang der 77er-Bewegung in Italien, an der Negri aktiv beteiligt war, eine grundlegende Relektüre der Grundrisse von Karl Marx dar. Negri befasst sich mit den Grundrissen, weil er dort den … Weiterlesen Negri: Über das Kapital hinaus

Chamayou: Die unregierbare Gesellschaft

Wir müssen noch einmal über Michel Foucault reden. Der kam aufgrund seiner Studien irgendwann zu der wie auch immer gebrochenen Idee, dass der Neoliberalismus darin sein Recht habe, gegenüber dem ehemals starken Staat und seiner Überwachungs- und Strafgesellschaft dem Individuum mehr Freiheit zuzugestehen. Seitdem haben wir allerdings erfahren können, wie wenig das der Fall war. … Weiterlesen Chamayou: Die unregierbare Gesellschaft

Dankemeyer: Die Erotik des Ohrs

Literatur über Theodor W. Adorno gibt es wie Sand am Meer. Ist Adorno also zum Klassiker avanciert, wie Rüdiger Bubner vor zwanzig Jahren bemerkte? Denn „[d]er Klassiker aber ist der, an dem noch späterhin Interesse sich festmacht, nachdem die Kämpfe verstummt sind.“ (Bubner) Nur ‚der Adorno‘, über dessen Werk in den letzten Jahren eine wahre „Sündfluth … Weiterlesen Dankemeyer: Die Erotik des Ohrs

Heinrich: Floß der Medusa

Anders denn als ignorant lässt sich die Nichtbeachtung kaum nennen, die das Werk Klaus Heinrichs bis heute im offiziellen sowie inoffiziellen Denkbetrieb erfährt. Dass sich das doch noch ändern könnte ist schließlich auch nicht dem wissenschaftlichen Konkurrenzzwang, also dem Innovationszwang des Forschungsbetriebs, der stets auf der Jagd nach unerschlossenen Flecken auf der intellektuellen Landkarte ist, … Weiterlesen Heinrich: Floß der Medusa

Fraser/Jaeggi: Kapitalismus

Vielleicht lässt sich auf die Geschichte der Kritische Theorie – beziehungsweise das, was heute mancherorts in den Stätten der offiziellen Großdenkerei so genannt wird – recht passend eine Polemik Friedrich Engels ummünzen. Über Schelling liest man: „Als er noch jung war, da war er ein andrer“, doch schließlich sei er in den „seichten Hafen des … Weiterlesen Fraser/Jaeggi: Kapitalismus

Newport: Digitaler Minimalismus

Der englische Schriftsteller Tim Parks berichtet, wie er als junger Übersetzer in Italien auf dem Dorf wohnte und nach dem Postboten lauschte. Der kam einmal am Tag mit der Vespa den Berg hochgerattert und brachte (oder auch nicht) Aufträge und Schecks. In Parks Erinnerung wird deutlich, wie sogar das Lauschen und Warten auf diesen einen … Weiterlesen Newport: Digitaler Minimalismus

Rancière: Das Verfahren der Szene

Der eigentümliche französische Brauch, berühmten Philosophen in zahllosen Gesprächen auf die Schliche zu kommen, die dann postwendend in Buchform auf den Markt geworfen werden, irritiert als Selbstauslegung einer philosophischen Tradition, die diese eigentlich kritisieren wollte. Foucault gab später anonyme Interviews, damit, wie er sagte, seine Worte noch wirkten, ohne durch seinen Namen im Vorhinein festgezurrt … Weiterlesen Rancière: Das Verfahren der Szene