Köhnke: Begriff und Theorie der Moderne

Die Vorlesung als älteste akademische Form spannt sich gemeinhin zwischen zwei Polen auf: dem Dozieren von Lehrinhalten und dem Vorführen eines freien Denkens. Die deutsche Einheit von Lehre und Forschung ist diesem Verhältnis auf der Spur, auch wenn sie es nur schlecht aufbewahrt. Deren erster Pol ist dem Studenten aller Jahrhunderte wohlbekannt und wohlverhasst, während der … Weiterlesen Köhnke: Begriff und Theorie der Moderne

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Berendsen/Cheema/Mendel: Trigger Warnung

Die Feststellung, die Linke würde mal wieder auf irgendeiner Weise in der berühmten Sackgasse stecken und die damit geläufig verbundene Warnung, dass die Abdankung ihres Denkstandpunktes nur noch eine Frage der Zeit sei, ist eigentlich keine neue und wird seit dem Scheitern der marxistischen Arbeiter*innenbewegungen am Anfang des vergangenen Jahrhunderts immer wieder gerne aus der … Weiterlesen Berendsen/Cheema/Mendel: Trigger Warnung

Bodrožić: Poetische Vernunft im Zeitalter gusseiserner Begriffe

Wohin mit der Sprache in Zeiten des universellen Sprachverfalls? Für Dichtung und Philosophie ist es ein altes Thema, dem Marica Bodrozic ihre Poetikvorlesung an der TU Braunschweig gewidmet hat, und die jetzt unter dem Benjaminschen Titel Poetische Vernunft im Zeitalter gusseiserner Begriffe in der Reihe Fröhliche Wissenschaft erschienen ist. Die Spannweite des Problems reicht von … Weiterlesen Bodrožić: Poetische Vernunft im Zeitalter gusseiserner Begriffe

Messling: Universalität nach dem Universalismus

Wer den Literatur- und Kulturwissenschaftler Markus Messling und dessen Publikationsliste kennt, für den ist die Erscheinung des vorliegenden Buches keine wirkliche Überraschung. Nein, vielmehr hat der Saarbrücker Romanistikprofessor mit seiner Forschung zu nationalistischen Altlasten in der Philologie und dem Miterfinder der französischen Kulturnation François Champollion schon lange Zeit auf eben diese Frage zugesteuert: Was ist … Weiterlesen Messling: Universalität nach dem Universalismus

Biebricher: Geistig-moralische Wende. Die Erschöpfung des deutschen Konservatismus

Es ist still geworden im konservativen Lager: Im Mai 2019 scheint es, als sei den Protagonisten des Konservatismus – seinen liberalen wie auch seinen populistischen Vertretern – die Luft ausgegangen. In den Debatten um die Enteignung von Wohnungsgesellschaften oder größerer Unternehmen beschwören sie noch halbherzig das angestaubte Bild vom Gespenst des Kommunismus, und in Fragen … Weiterlesen Biebricher: Geistig-moralische Wende. Die Erschöpfung des deutschen Konservatismus

Krasznahorkai: Baron Wenckheims Rückkehr

Ein großer Erzähler hat einmal über den ungarischen Schriftsteller László Krasznahorkai gesagt, die Universalität seiner Vision sei am ehesten mit Gogol vergleichbar und stehe weit über den kleinlichen Problemen der Gegenwartsliteratur. Dieser Erzähler war W.G. Sebald, der mit Krasznahorkai die Abkunft von Thomas Bernhard gemein hat. Dessen Litaneien lassen sich als die versuchte Rettung des … Weiterlesen Krasznahorkai: Baron Wenckheims Rückkehr

Scherbakowa: Ich glaube an unsere Kinder

Mit ‚Ich glaube an unsere Kinder‘, herausgegeben von der russischen Kulturwissenschaftlerin und Germanistin Irina Scherbakowa, um dessen Publikation in deutscher Sprache (Übersetzung durch Christina Links) sich der Verlag Matthes & Seitz bemüht hat, ist es gelungen, ein bedeutendes historisches Zeugnis aus den Untiefen der Geschichte zu heben. Das Buch portraitiert entlang einer Fülle von Materialien … Weiterlesen Scherbakowa: Ich glaube an unsere Kinder

Böhm: Schellenmann

Eigentlich hätte dieses Buch, schlichter, „Die Fabrik“ heißen können. Die staubige Halle am Fluss ist das narrative wie logische Zentrum des Romans. Stoffbahnen laufen in eine Maschine hinein, Abschnitte werden in einen Häcksler gestopft. Manchmal krepiert die Maschinerie, überlebt hat sie sich schon längst. Die Belegschaft taumelt zwischen Namenswitzen („Warzenmüller“ für Walter Müller, die „Karriereleiter“ … Weiterlesen Böhm: Schellenmann

Balhorn; Sunkara: Jacobin – Die Anthologie

Gegenwärtig ist eins sicher keine Stärke der deutschen Linken: Optimismus. Umso deutlicher ist das Zeichen, das der Suhrkamp-Verlag setzt, wenn auf der 2018 erschienenen Anthologie einiger Beiträge des US-amerikanischen Magazins Jacobin von folgender „Gewissheit“ zu lesen ist: „Der Kapitalismus wird enden. Vielleicht nicht in naher Zukunft, aber über kurz oder lang. Die Frage lautet also, was … Weiterlesen Balhorn; Sunkara: Jacobin – Die Anthologie

Finkelstein: Überleben

„Le cybernétique n'est pas un monde altruiste, il fait partie de moi : mon iPhone est le prolongement de mon cerveau.“ – F.A. Finkelstein.[1] Wenn man sich daran erinnert, wer in Frankreich bisher den Platz des kritischen Außenseiters eingenommen hat, so kommt man zwangsläufig auf den Namen Houellebecqs. Genau dieser Gestus des provokativen enfant terribles wiederum … Weiterlesen Finkelstein: Überleben