Balhorn; Sunkara: Jacobin – Die Anthologie

Gegenwärtig ist eins sicher keine Stärke der deutschen Linken: Optimismus. Umso deutlicher ist das Zeichen, das der Suhrkamp-Verlag setzt, wenn auf der 2018 erschienenen Anthologie einiger Beiträge des US-amerikanischen Magazins Jacobin von folgender „Gewissheit“ zu lesen ist: „Der Kapitalismus wird enden. Vielleicht nicht in naher Zukunft, aber über kurz oder lang. Die Frage lautet also, was … Weiterlesen Balhorn; Sunkara: Jacobin – Die Anthologie

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Finkelstein: Überleben

„Le cybernétique n'est pas un monde altruiste, il fait partie de moi : mon iPhone est le prolongement de mon cerveau.“ – F.A. Finkelstein.[1] Wenn man sich daran erinnert, wer in Frankreich bisher den Platz des kritischen Außenseiters eingenommen hat, so kommt man zwangsläufig auf den Namen Houellebecqs. Genau dieser Gestus des provokativen enfant terribles wiederum … Weiterlesen Finkelstein: Überleben

Stegemann: Die Moralfalle

Über den gegenwärtigen Stand der deutschen Linken gibt ein kleines Buch Auskunft: „Die Moralfalle“ von Bernd Stegemann. Darin unternimmt der Berliner Dramaturg und Professor einen Rundumschlag gegen die gescheiterte linke Kommunikationspolitik aus systemtheoretischer Warte. Mit Luhmann heißt es zur „Befreiung linker Politik“: Aufstehen! gegen die verkommene postmoderne Linke, die sich nur noch moralisierend um Repräsentationsfragen … Weiterlesen Stegemann: Die Moralfalle

Mamardaschwili: Die Metaphysik Antonin Artauds

Auch fünfzig Jahre nach dem paradigmatischen ‚Tod des Autors‘ gibt der Strudel der Zeit den Blick auf Autor*innen frei, deren Leben und Werk in tragischen Konstellationen verflochten sind. Der georgische Philosoph Merab Mamardaschwili ist ein ebensolcher Fall. Zwar gilt Mamardaschwili zu Recht als einer der großen Philosophen der Sowjetunion, doch verschwand er als aufklärerischer Kritiker … Weiterlesen Mamardaschwili: Die Metaphysik Antonin Artauds

Roßbacher: Ich war Diener im Hause Hobbs

Elif Batuman schrieb einmal anlässlich der amerikanischen Writer’s Workshops, dass die dort ausgebildeten Schriftsteller alle technisch und stilistisch hochversiert, aber kaum lesenswert seien. Etwas reformuliert: ein gut geschriebener Roman ist noch lange kein gutes Buch. Ganz so schlimm ist es mit Verena Roßbachers Drittling nicht. Die Absolventin des Leipziger Literaturinstituts versteht, ihren Stoff auf souveräne … Weiterlesen Roßbacher: Ich war Diener im Hause Hobbs

Danyi: Der Kadaverräumer

Freud hat 1919/20 in seiner Studie „Jenseits des Lustprinzips“ versucht, die Trauma-Erfahrungen der Kriegsversehrten in das Schema der Psychoanalyse zu integrieren. Ihr neurotischer Wiederholungszwang, die (Granaten-)Schocks stets neu zu erinnern, zwingt ihn zur als metaphysisch verschrieenen Annahme des dem Lustprinzip entgegengesetzten Todestriebs. Damit sind die Motive versammelt, um sich einer Interpretation von Zoltán Danyis „Der … Weiterlesen Danyi: Der Kadaverräumer

Bormuth: Max Weber. Wissenschaft als Beruf. Eine Debatte

Es mag zu einer der beliebtesten Aufgabenstellungen im Erstkontakt mit sozial- und geisteswissenschaftlicher Klassikerlektüre avanciert sein, die Frage aufzuwerfen, was denn nun ein derart in die Jahre gekommener Text noch für die Beschreibung gegenwärtiger Verhältnisse anbieten könne. Diese pädagogische Preisfrage erübrigt sich jedoch im vorliegenden Fall ziemlich rasch. Kurz nach dem 100. Jubiläum von Max … Weiterlesen Bormuth: Max Weber. Wissenschaft als Beruf. Eine Debatte

Pavese: Das Haus auf dem Hügel/Der Mond und die Feuer

“We shall be as a city upon a hill, the eyes of all people are upon us.” (John Winthrop)  Pavese ist ein Dichter glänzender Sparsamkeit. Seine zurückhaltende, verarmte Sprache ist komplementär zu Hemingway zu verorten, sein eigener Neorealismus in der Literatur. Konfrontiert mit dem mythologisierenden Brimborium von Mussolinis Faschismus kürzt Pavese seine Wörter zusammen und … Weiterlesen Pavese: Das Haus auf dem Hügel/Der Mond und die Feuer

Cole: Vertraute Dinge, fremde Dinge

Ein Essay ist ein Versuch, sagt Montaigne. Für ihn bezeichnen die Essais ein bohrendes Umkreisen der eigenen Subjektivität, das Schreiben als Ethik, Vorbereitung auf das gute Sterben. Montaigne begründet eine spezifische Tradition (französischer) Stilistik, die glänzend und taktvoll zwischen Essay und Aphorismus pendelt. Eine andere Sorte Versuche sind nun bei Suhrkamp in dem Band “Vertraute … Weiterlesen Cole: Vertraute Dinge, fremde Dinge

Wiazemsky: Paris, Mai ’68

“There is never any ending to Paris and the memory of each person who has lived in it differs from that of any other”, schreibt Hemingway am Schluss seiner autobiographischen Erinnerungen “A Moveable Feast”. Anne Wiazemskys “Paris, Mai ’68" (im französischen Original als “Un an après” 2015 bei Gallimard verlegt) ist ein kleiner Erinnerungsroman, der … Weiterlesen Wiazemsky: Paris, Mai ’68